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Das Kommunikations-Talent

Siemens IC 35 The Unifier Mit dem IC35 Unifier betritt Siemens Neuland. Weit vom Stamm ist der IC35 aber nicht gefallen, weil zur sinnvollen Nutzung zusätzlich ein Siemens-Handy benötigt wird.

Hardware

Der Organizer besitzt ein stabiles Plastikgehäuse im Silber-Design. Auffällig sind die vielen Schnittstellen, denn neben zwei Einschüben für MultiMedia-Cards verfügt das Gerät über eine IrDA-Schnittstelle für die Kommunikation mit Handys bzw. anderen IC35, sowie einen Smartcard-Einschub. Derzeit gibt für letzteres allerdings keine vernünftige Anwendung. Es ist aber denkbar, dass über ein Update der Betriebssoftware später vielleicht einmal elektronischer Zahlungsverkehr darüber abgewickelt wird - Zukunftsmusik also.

Nach dem Öffnen des Deckels offenbart sich eine QWERTY-Minitastatur und ein kontraststarkes Display. Der an der Seite angebrachte Kontrastregler erscheint übrigens unnütz, da man nur einmal den Kontrast auf die höchste Stufe stellt und es dabei beläßt. Kritik erntet die Bedienung: Da der IC35 nicht über ein Touchdisplay verfügt, muss sich der Anwender mit den viel zu klein geratenen Cursortasten herumärgern. Zumindest ist man nicht darauf angewiesen die mitgelieferten Applikationen per Cursor über das Hauptmenü aufzurufen, sondern kann sie über eine Tastenkombination starten.

Wegen der geringen Tastenanzahl sind viele der sehr eng nebeneinander liegenden Tasten mehrfach belegt, was nicht unbedingt die Bedienerfreundlichkeit erhöht. Viele Anwender dürfte das aber nicht stören, da der Organizer ja über eine Synchronisationssoftware verfügt, über die die Adressen und Kontakte ins Gerät gelangen.

Software

Die integrierte Software kann durchaus überzeugen, denn neben einer Kontakt-, Termin-, und Notizenverwaltung sind auch ein Rechner, Währungskonvertierer, Weltzeituhr mit Alarm und eine Applikation zur Handysteuerung enthalten. Die Bedienung aller Programme ist logisch aufgebaut und braucht sich kaum hinter der Konkurrenz aus dem Palm-Lager verstecken. An einigen Stellen, beispielsweise der Termineingabe, erscheint die Benutzeroberfläche aber recht bieder und Text-orientiert (vielleicht liegt das an einer nahen Verwandschaft zu der in den Siemens-Handys integrierten Terminplaner-Software?)

Highlight des IC35 sind die "Meldung"-Applikation, hinter der sich eine gelungene Email-Applikation verbirgt, die das Senden und Empfangen von Mails, sowie das Senden von SMS-Nachrichten unterstützt. Sinnvollerweise besitzt das Programm einen Eingangs, Ausgangs- und Entwurfsordner, was die Übersicht erleichtert. Nachrichten können offline erstellt und dann in einem Wurf verschickt werden.

Die Telefonmanager-Applikation dient der Steuerung eines Siemens-Handys (mit Handys anderer Hersteller werden nur eingeschränkt unterstützt). Neben dem Hochladen von Logos und Rufmelodien lassen sich auch diverse andere Funktionen wie die Anrufweiterleitung, entgangene Anrufe, SMS-Meldungen usw. programmieren bzw. abrufen. Vermutlich weil unser Testgerät schon durch etliche Hände gegangen ist, funktionierten allerdings einige Funktionen wie der Melodieupload nicht.

Auf der beiliegenden MultiMediaCard befand sich bei unserem Testgerät auch ein WAP-Browser, der auch über eine Bookmarkverwaltung verfügt. Praktischerweise sind drei WAP-Gateways bereits voreingestellt, sodass man sofort online gehen kann. Durch das große Display macht das Wappen im Vergleich zum WAP-Handy richtig Spaß (wenn es derzeit nicht so teuer wäre...).

Zum Lieferumfang gehört natürlich auch eine Dockingstation, sowie eine Synchronisationssoftware für Outlook, die problemlos zu Installieren und zu nutzen ist. Unsere zuvor von einem Palm nach Outlook transferierten Daten fanden wir fehlerlos auf dem IC35 wieder. Eine etwas biedere und einfach gestrickter Dateimanager erlaubt das Kopieren von Daten zwischen IC35 und PC.

Fazit

Eines ist klar: Wer häufiger unterwegs Termine oder Kontakte verfaßt oder viele Emails schreiben muss, dürfte mit dem IC35 wegen der kleinen Tastatur nicht glücklich werden und ist mit einem Tastaturgerät beispielsweise dem 5mx Pro von Psion besser bedient. Wer dagegen seine Outlook-Kontakte mit sich herumschleppen muss, nur ab und zu seine Emails unterwegs abruft beziehungsweise zwischendurch mal an einen Termin erinnert werden will, kann mit dem IC35 gut leben.

Bewertung

+ durchdachte Synchronisationssoftware
+ guter Displaykontrast
+ serielle Schnittstelle läßt sich durch Schieber vor Schmutz schützen
+ viele Schnittstellen
+ durchdachte Applikationen
+ es lassen sich weitere Applikationen aufspielen
- Programmierschnittstellen wurden nicht offengelegt, daher ist zusätzliche Software nur von Siemens verfügbar
- unergonmische Tastatur
- Alarmton zu leise
- keine Display-Hintergrundbeleuchtung
- MultiMediaCards sind in der Handheld-Welt kaum gebräuchlich


Technisches Datenblatt
Hersteller   Siemens  
Bezeichnung   IC 35 The Unifier  
Betriebssystem   RTOS  
Display   3,5" Display ohne Hintergrundbeleuchtung
240x160 Bildpunkte
 
RAM   k.A  
ROM   k.A.  
Prozessor   k.A.  
Batteriebetrieb   2 AAA-Batterien für ca. 4 Wochen Betrieb  
Abmessungen BHT (mm)   108 x 87 x 21 (geschlossen)
181 x 87 x 21 (geöffnet)
 
Gewicht   163 g (mit Batterien)  
Schnittstellen   - seriell
-2 x MultiMediaCard
-IrDA
 
Lieferumfang   - Dockingstation mit seriellem PC-Anschlußkabel
- Synchronisations-Software für PC
- Bedienungshandbücher
- Installations-CD
 
Zusätzliche Software   k.A.  
Optionales Zubehör   - Anschlußkabel für Siemens-Handys ohne IrDA-Schnittstelle
- Ledertasche
- weitere Dockingstation
- 8/16 MB MultiMediaCard
 
Garantie   k.A.  
VK laut Hersteller   499,-  
Erhältlich in USA - Deutschland   erhältlich.  


Getestet: 07/2000
14.08.2001

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