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Einige hier aufgeführte Informationen stammen von Brighthand.

Das Betriebssystem "Windows Mobile 2003" tritt die Nachfolge von Pocket PC 2002 an. Wer dabei größere Änderungen, wie Sie Pocket PC 2002 gegenüber Windows CE 3.0 brachte, erwartet, wird wohl enttäuscht, denn Microsoft hat sich auf Detailänderungen beschränkt.

Etwas Geschichte

Zum Verständnis, was Windows Mobile 2003 ist, muss etwas ausgeholt werden, denn Microsoft verfolgt eine Produktstrategie, die von der anderer Entwickler von Mobilcomputer-Betriebssystemen abweicht. Die wichtigste Konkurrenz, das sind Palm Source mit dem PalmOS und Symbian mit SymbianOS, bedient nur jeweils einen stark abgegrenzten Markt, also Handhelds, beziehungsweise Smartphones, während Microsoft in jedem Lebensbereich präsent sein will. Microsoft hat daher seit 1996 an Windows CE gearbeitet, welches in angepasster Form - es werden Betriebssystem-Module weggelassen, die nicht benötigt werden, zum Beispiel in Autos, Unterhaltungselektronik, Handhelds, aber auch Smartphones zum Einsatz kommt. Das in den stiftbedienten PDAs, den Pocket PCs, verwendete Betriebssystem basiert auf Windows CE, wurde aber um um spezielle Anwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Media Player, usw. ergänzt, die in dieser Form bei anderen Windows CE-basierten Produkten in dieser Form nicht zu finden sind.

Leider hat Microsoft durch zahlreiche Umbenennungen für Verwirrung unter seinen Kunden gesorgt, denn hieß das PDA-Betriebssystem - es ist hier der Einfachheit halber nur nur von stiftbasierten PDAs ohne Tastatur die Rede - 1997 noch "Windows CE 2.0", später "Windows CE 2.11" und "Windows CE 3.0" (ab April 2000), so nannte das Unternehmen die vorletzte Inkarnation "Pocket PC 2002" (ab Oktober 2001). Tatsächlich basierte das Betriebssystem weiterhin auf Windows CE 3.0, bekam aber zusätzliche Anwendungen zur Seite. Irritierend ist, dass Microsoft seitdem auch von "Windows powered"-Geräten spricht, obwohl sich die Kompatibilität mit Desktop-Windows auf den Datenaustausch beschränkt. Anwendungen vom Windows-PC laufen dagegen nicht auf dem PDA.

Mobile Windows

Das am 23. Juni 2003 vorgestellte, neueste Betriebssystem heißt jetzt "Mobile Windows 2003" und basiert nicht mehr auf den Betriebssystemkern "Windows CE", sondern auf den Nachfolger "Windows CE.NET". Die meisten Änderungen sind unter der Oberfläche zu finden und betreffen die drahtlose Kommunikation.

Als Pocket PC 2002 auf den Markt kam, spielten Bluetooth und WLAN noch keine Rolle und wurden deshalb auch nicht von Microsoft im Betriebssystem berücksichtigt. Die Folge war, dass die PDA-Anbieter und Steckkarten-Hersteller eigene Treiber entwickelten und mitlieferten. Für den Kunden hatte dies den Nachteil, dass sie mit zum Teil mangelhaften Treibern der Hersteller herumplagen mussten. Wer schon mit den Bluetooth-fähigen iPaqs H3890 oder H3990 gearbeitet hat, hat schon häufiger einen Hard-Reset hinter sich, um Bluetooth wieder zu aktivieren. Eine weitere Ärgerlichkeit betrifft die Lernkurve. Um bei den iPaq Pocket PCs zu bleiben, der iPaq H5450 wurde mit den Bluetooth-Treibern eines Drittanbieters bestückt und verlangt eine von iPaq H3890/H3990 abweichende Bedienung. In Windows Mobile 2003 ist nun eine direkte Unterstützung für Bluetooth und WLAN enthalten. Auch der Verbindungsaufbau mit VPNs (Virtual Private Networks) ist erleichtet worden und der neue Internetprotokoll-Standard IPv& und IPSec/L2TP wurden integriert.

Versionen

Schon bei Pocket PC 2002 gab es unterschiedliche Ausstattungsmöglichkeiten, die als Standard Edition oder Premium Edition bezeichnet wurden und sich in der Anzahl der mitgelieferten Applikationen unterschieden. Windows Mobile 2003 macht da keine Ausnahme. Die Professional-Version soll soll typischerweise in Geräten mit 16 Megabyte ROM-Speicherplatz zu finden sein und enthält Pocket Word, Pocket Excel, MSN Messenger, Pocket Internet Explorer, Windows Media Player 9 und Pocket MSN. Dagegen benötigt die Premium Edition mindestens 32 Megabyte ROM und bietet zusätzlich den Microsoft Reader, den Terminal Services Client, und einen Bildanzeiger. Es ist davon auszugehen, dass wenn überhaupt dann nur einige Lowcost-Pocket PCs mit der Professional Edition auf den Markt kommen. Bei dem Vorgängerbetriebssystem ist uns allerdings kein Pocket PC bekannt geworden, wo die Professional Edition zum Einsatz kam.

Die Änderungen

Der aktualisierte Windows Media Player spielt nun auch Videos, die für den Windows Media Codec 9 erstellt wurden, der eine um 20 Prozent bessere Audio- und 50-Prozentige Video-Kompression bringen soll. Er hat auch ein gefälligeres, an Windows XP angelehntes Design erhalten.

Auf den ersten Blick sind die Änderungen am Pocket Internet Explorer nicht erkennbar, aber spätestens, wenn Sie Webseiten aufrufen, die Features wie Cascading Style Sheets verwenden, werden die Vorteile sichtbar. Unterstützt werden nun XHTML Basic, Cascading Style Sheets, WML (Wireless Markup Language) 2.0, JavaScript 5.5 und das neue Internetprotokoll IPv6. Der Pocket Internet Explorer ist jetzt auch schneller.

Wer 20 US-Dollar auf die Theke legt, kann mit dem "Plus! Digital Media Edition Enhancement Pack" digitale Fotoalben und Videos erstellen. Zum Lieferumfang gehört auch Sync & Go, das unter anderem den Zugriff auf Nachrichten und Musik aus dem Web gestatteten soll.

Upgrade

Eine wichtige Frage ist, wie es mit dem Upgrade von Pocket PC 2002 auf Windows Mobile 2003 aussieht. Da Microsoft das Betriebssystem nur an die Hersteller und nicht an Endkunden liefert, müssen sich Kunden an den Hersteller wenden.

23.06.2003

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